Die Bengalkatze

Die Bengalkatze ist eine mittelgroße bis große Katzenart, die auf Kreuzungen zwischen der asiatischen Leopardenkatze (Asian Leopard Cat, ALC) und domestizierten Hauskatzen in dem Bestreben hervorging, eine Begleiter für den Menschen zu züchten, der von exotischem leopardenhaftem Aussehen, gepaart mit liebevollem Wesen war.

 

Das wunderschöne Fell der Bengalkatze hebt sie von allen anderen Rassekatzen deutlich ab. Es lassen sich viele Farbvarianten als Fellhintergrund finden: goldbraun, orange und sandfarben bis hin zu einer Messingfärbung. Auch die „spots", die Tupfung des Fells der Bengalen, variiert farblich: sie reicht von schokoladenbraun über dunkelbraun bis hin zu tiefschwarz. Neben den „spotted"-Bengalen gibt es die „marble"-Bengalen, deren Fellzeichnung man auch als „Marmorierung" bezeichnen kann. Auch hier findet man ein großes Farbspektrum vor, das dem der „spotted"-Bengalen gleicht.

 

Die Bengalkatze besitzt eine aufgeschlossene, aktive, extrem intelligente und sehr neugierige Persönlichkeit, die sich alleine ausgesprochen unwohl fühlt, da sie sich am liebsten mit ihren Menschen und Mitkatzen beschäftigt. Eine energiegeladene Bengalkatze ist daher nichts für Menschen, die lediglich einen „Minileoparden" als Ausstellungsstück in ihrem Wohnzimmer haben möchten.

 

Ob sie nun gerade im Aquarium fischen oder in ihren Wassernäpfen spielen, geworfene Papierbällchen immer wieder zurückbringen, auf schmalen Graden entlang balancieren oder auf die höchsten Regale klettern, Bengalen sind immer gerne in Bewegung und sie sind perfekte Tiere für jemanden, der sich mit ihnen beschäftigen und täglich mit ihnen spielen möchte. Die Bengalkatze braucht es, gleichwertiges und beachtetes Familienmitglied zu sein. Denn - besitzt man einmal eine (oder mehrere) Bengalkatze(n), wird man sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen können!

 



 
Farben und Zeichnungen
Der erste Katzenverband, der die Bengalkatze mit eigenem Standard anerkannte, war die TICA (The International Cat Association). Folgende Farben und Zeichnungen sind derzeit anerkannt: brown spotted tabby.

 

Diese Katzen haben dunkle Tupfen auf einem helleren Untergrund (Leopardenzeichnung), wobei die Farbvielfalt des Untergrundes von hell-sandfarben über goldbraun bis hin zu rotbraun reicht. Die Tupfen können mittelbraun bis schwarz sein, dabei sollte der Kontrast so deutlich wir möglich sein. Bei manchen Jungtieren dauert die Ausbildung der späteren intensiven Färbung recht lange und diese Kitten wirken zunächst nicht sehr deutlich akzentuiert. Die weitere Entwicklung aber bringt in jedem Fall eine klare Ausfärbung, was wir bei unserer Zucht immer wieder erlebt haben.

 

 

seal lynx point und sepia spotted tabby
Die seal lynx point (blauäugig) und die seal sepia (gold- oder grünäugig) getupfte Bengalkatze wird auch "snow"-Bengalkatze genannt. Ihr Felluntergrund ist perlmuttfarben und sie besitzen kontrastreiche Tupfen, die sich allerdings erst im Verlauf des ersten Lebensjahres in voller Intensität ausfärben. 

 

 

Marble-Bengalen
Diese Fellzeichnung erinnert deutlich an eine Marmorierung, wobei die Katze ozelotähnlich wirkt. Die „marble"-Zeichnung findet sich , wie bei den „spotted"-Bengalen, ebenfalls in den Farben „brown" und „snow". Auch die Farbausprägung des Felles ist vom Farbenspektrum her gleichzusetzen.

 

 

Besonderheiten
„Glitter" oder „golden shine": Dunkle Bengalkatzen wirken im Idealfall, als wären sie mit Goldpuder bestäubt worden. Sie glänzen regelrecht in der Sonne. Bei den snow-Bengalen wirkt dieser Glitter im Sonnenschein wie das Glitzern von Eiskristallen in der Wintersonne. Ein unvergleichlicher Anblick!

 


 

Herkunft
Bezeichnung: Die asiatische Leopardenkatze, Asian Leopard Cat, Felis Bengalensis. Viele, die sich für eine Bengalkatze entschieden haben, finden in ihr eine Synthese aus der Liebe zu Wildkatzen und der zu domestizierten Katzen. Und natürlich ist es etwas Besonderes, eine Hauskatze zu besitzen, die wir ein kleiner Leopard aussieht. Auf der Welt gibt es 37 verschiedene Wildkatzenrassen, wovon 30 als kleine Wildkatzenarten klassifiziert werde. Im Jahre 1974 wurde beschlossen, alle Wildkatzenrassen, die aufgrund des weltweiten Handels mit Tierfellen als bedroht anzusehen waren, vor dem Aussterben zu schützen. Die „Convention on International Trade in Endangered Species" (CITES) setzte sie „Asian Leopard Cat" auf den Index II, als eine noch nicht akut vom Aussterben bedrohte Spezies. Die Leopardenkatze kommt weitverbreitet in Süd- und Nordasien mit den Philippinen und Indonesien vor. In der Fachliteratur werden diese Leopardenkatzen als Tiere beschrieben, die nicht mehr als Hauskatzengröße besitzen, einen etwas längeren Körper als diese besitzen haben und Beine besitzen, die etwas länger sind. Dabei wiegen manche dieser Katzen nur ca. 5 Pfund, andere dagegen bringen es auf stolze 15 Pfund, je nach ihrer speziellen Unterart. Um einige Verhaltensweisen unserer Bengalkatzen zu verstehen, sollten wir einen Blick auf die Verhaltensmuster ihrer „wilden" Vorfahren werfen.Leopardenkatzen sind extrem anpassungsfähig, was ihren Lebensraum angeht. Man findet sie sowohl in niedrig- oder hochgelegenen Bergregionen, als auch in steppenähnlichen Gebieten oder in Vegetationsregionen. Ihre Jagdgewohnheiten sind sehr vielschichtig. Sie fangen kleine Nager und Vögel, „angeln" im Wasser nach Fischen und Reptilien (daher ihre Vorliebe für Wasser und unsere Aquarien), und sogar Insekten gehören zu ihrer Beute (unsere Bengalen sind allesamt excellente Fliegenfänger, auch Grashüpfer sind überhaupt kein Problem!).Die wenigsten Menschen, die von Wildkatzen begeistert sind, können die Bedingungen schaffen, um eine Leopardenkatze bei sich zu halten, und das ist sicherlich auch gut so, denn diese Wildkatzenart ist in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Die Bengalkatze ist daher für Menschen, die gerne eine Katze halten möchten, die ihren wilden Vorfahren ähnelt, die perfekte Antwort.

 

 

Die „Foundation"-Bengalkatze
Die Ursprünge der Bengalkatzen gehen auf Kreuzungen zwischen der „Asian Leopard Cat" und Hauskatzen zurück. Die ersten Folgegenerationen, die aus Kreuzungen zwischen ALCs und Bengalen hervorgehen, werden „Foundation Bengalen" genannt. „F1", „F2", „F3" und „SBT".

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Bezeichnungen für die einzelnen Generationen der Bengalkatzen.

 

F1 ALC Elternteil X domestizierte Bengalkatze
F2 F1 Elternteil X dom. Bengalkatze (hat einen ALC Großelternteil)
F3 F2 Elternteil X dom. Belgalkatze (hat einen ALC Urgroßelternteil)
F4 F3 Elternteil X dom. Bengalkatze (hat einen ALC Ururgroßelternteil)
F1 = 1. Folgegeneration
F2 = 2. Folgegeneration
F3 = 3. Folgegeneration
F4 = SBT (studbook traditon):

 

bedeutet, dass die Katzen ab der 4. Generation zu Ausstellungen zugelassen und als voll domestiziert angesehen werden.

 

F1-F3 = nicht zu Katzenausstellungen zugelassen, nicht als voll domestiziert angesehen. Die Natur hat sich eine „Tücke" einfallen lassen, die die Weiterzucht aus wilden Leopardenkatzen sehr erschwerte: die männlichen Nachkommen der Generationen F1-F3 sind - bis auf wenige Ausnahmen - unfruchtbar.

 

„Foundation"-Katzen sind in ihrem Verhalten etwas zurückhaltender und passen sich schwieriger neuen Situationen und Lebensbedingungen an, da sie noch stärker ihren natürlichen Instinkten folgen. Wenn man ein solches Tier als Hausgenossen in Erwägung zieht, sollte man bedenken, dass mehr Geduld, Toleranz und Katzenkenntnis erforderlich ist, damit es Mensch und Tier miteinander gut geht.

 


 

Bengalkatzen sind liebenswerte lebhafte Hauskatzen und ideale intelligente Begleiter. Hier nun möchte ich einige häufig gestellte Fragen über Bengalkatzen beantworten.

 

 

Wie groß werden Bengalkatzen?
Bengalkatzen sind eine mittelgroße bis große Katzenart. Die Kätzinnen sind mit einem Gewicht von ca. 3-4,5 kg kleiner als die Kater, die ein Gewicht von 4,5-6 kg (Kastraten werden schwerer) erreichen. Dabei kommt es ebenfalls auf die jeweilige Blutlinie an, denn die verschiedenen Linien besitzen unterschiedlich große Tiere.

 

 

Welches Temperament besitzen Bengalen?
Die domestizierte Bengalkatze (vier oder mehr Generationen von der Asiatischen Leopardenkatze entfernt) wurde gezüchtet, um ein aktives liebenswertes und selbstbewusstes Familienmitglied zu erhalten. Die meisten Bengalen sind sehr lebendig und bestehen darauf, stets aktiv am Familienleben teilzunehmen. Einige Tiere haben eine angeborene Vorliebe für Wasser (siehe hierzu auch „Herkunft") und für ausgelassenes Spielen mit allen Mitgliedern der Familie und anderen Haustieren. Wie bei allen Katzenrassen gibt es auch bei den Bengalkatzen ausgeprägte Persönlichkeiten mit ganz eigenen charakteristischen Eigenschaften. Manche Bengalen sind die geborenen Entertainer, andere wiederum sind eher zurückhaltend.

 

Bewusstes selektives Züchten zur Ausprägung eines liebenswerten Wesens stellt dabei nur einen Aspekt des letztendlichen Gesamtbildes der Katze dar. Die folgende Sozialisation, Erfahrungen und aufmerksame Behandlung bei den neuen Besitzern, besonders in der Jungtierphase, prägen ein Tier entscheidend für sein weiteres Leben.

 

 

Wird sich unser neues Katzenkind mit anderen Tieren/kleinen Kindern vertragen?
Ja, ohne Probleme. Führen sie eine neue Bengalkatze in ihren Haushalt ein, müssen sowohl die Bedingungen innerhalb ihres Haushaltes, das Verhalten der anderen Familienmitglieder und etablierter Tiere dort, als auch das Wesen ihrer Bengalkatze beachtet werden. Am besten besprechen sie diese Aspekte schon vorab mit dem Züchter und klären dabei folgende Fragen: Ist die Katze eher dominant oder zurückhaltend? Wie hat sie sich bisher im Wurf/gegenüber anderen Tieren/Menschen verhalten? Welche Bedingungen findet sie bei uns zu Hause vor? Dies wird ihnen helfen, das zu ihnen passende Tier auszuwählen.

 

Ganz allgemein gesprochen ist eine langsame und überlegte Eingewöhnung der beste Weg, eine junge Bengalkatze in ihr neues unbekanntes Heim einzuführen. Ein zunächst separater Raum, der mit allem, was der „Newcomer" braucht, ausgestattet ist, erleichtert es dem Tier, sich an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Ich halte nichts von der „Hauruck"-Methode, bei der man das Tier mit allem Neuen unvermittelt konfrontiert. Nach kurzer Zeit kann man die Tür des Raumes, in der sich das Kätzchen befindet, offen lassen und die Katze wird selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang sie Kontakt aufnehmen will. Dieses Vorgehen klappt in aller Regel sehr gut, denn: bei Bengalkatzen siegt die Neugierde!

 

 

In welchem Alter soll meine Katze kastriert/sterilisiert werden? Muss das sein?
Unbedingt ja! Wenn sie selbst nicht zu den Züchtern gehören, sollte ihr Tier unbedingt kastriert werden. Unkastrierte Bengalkater beginnen häufig schon früh damit, ihr Revier durch das Verspritzen von Urin an strategisch für sie wichtigen Stellen zu markieren. Nicht sterilisierte Kätzinnen werden dauerrollig, was oftmals zu Gebärmutterentzündungen und Unsauberkeit führt. Außerdem leiden die Tiere sehr und ihr Allgemeinzustand ist schlecht.

 

Wann das beste Alter für eine solche Operation ist, darüber streiten sowohl Züchter als auch Tierärzte. Wir vertreten die Auffassung, dass die Tiere im Alter von 7-8 Monaten kastriert bzw. sterilisiert werden sollten.

 

 

Muss eine Bengalkatze im Haus gehalten werden?
Ja, und zwar aus verschiedenen Gründen. Die Tiere sind außergewöhnlich schön und auffallend, sodass sie von irgend jemandem „adoptiert" werden könnten.

 

Bengalkatzen sind ausgezeichnete und begeisterte Jäger, die der Natur dadurch Schaden zufügen können. Außerdem dürfen „wildernde" Katzen von Förstern getötet werden. Sie können -wie alle nicht nur im Haus gehaltenen Katzen- draußen zu Schaden kommen: Straßenverkehr, Marderfallen im Wald, Gifte, etc. Tun sie dies ihrer Bengalkatze nicht an! Wenn sie aber die Möglichkeit haben, ihrer Katze ein Freigehege/eingezäunten Balkon zu erstellen, ist dies eine sehr beliebte Alternative.

 

 

Sind Bengalkatzen intelligente Katzen?
Unsere Erfahrung mit verschiedenen Rassekatzenarten hat gezeigt, dass die Bengalkatze zu den intelligentesten und lernfähigsten Katzenrassen überhaupt gehört. Bengalkatzen sind sehr neugierig und überraschen uns immer wieder durch Neues.

 

Manche Bengalen lieben es, ausgiebig in oder am Wasser zu spielen, sie apportieren geworfene Gegenstände jeder Art, verstehen die „Befehle" und Verbote ihrer Menschen sehr genau und sie kommunizieren in den verschiedensten Tonlagen unmissverständlich mit uns.

 

Bei all dem kommt es natürlich wesentlich darauf an, wie ausgiebig sie sich mit ihrer Katze beschäftigen und welche vielfältigen Anregungen sie bei ihnen bekommt.

 

 

Was kostet eine Bengalkatze?
Der Preis für eine Bengalkatze hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

  • vom Ruf des Züchters
  • von größeren oder kleineren „Fehlern" des Jungtieres, gemessen am Zuchtstandard
  • Qualität (Showerfolge) des Zwingers/der Elterntiere
  • Kosten des Züchters für seine gesamte Zucht (Tierarzt- und Haltungskosten Deckgebühren, Ausstelllungen usw.)

 

So beläuft sich der Preis für ein Jungtier derzeit zwischen 800.- und 1200.- Euro, bei excellenten Zuchttieren aus einer etablierten Zucht auch darüber. Dabei versteht es sich von selbst, dass ich hierbei von seriösen Züchtern ausgehe, die einem Zuchtverband angehören, nachvollziehbare Stammbäume ausgeben (d.h. z.B. die Elterntiere werden vorgestellt) und die ihre Jungtiere nur gesund (auf Wunsch mit ärztlichem Zeugnis) und vollständig geimpft im Alter von 12 Wochen abgeben. Lassen sie sich nicht dazu verleiten, irgendwo ein „billiges" Bengalkätzchen zu kaufen, ohne sich von der Qualität des Zwingers überzeugt zu haben. Die Katzenzucht ist eine aufwendige Angelegenheit, die den gewissenhaften Züchter nicht am falschen Ende sparen lässt, was eindeutig auf Kosten der Tiere ginge.